Der Siebenschläfer
Wissenswertes
Der Begriff des Siebenschläfers hat zwei Bedeutungen. Er bezieht sich zum einen auf ein Nagetier, ähnlich dem Eichhörnchen, das überwiegend am Tag schläft, weniger in der Nacht, und in der Dämmerung aktiv ist. Da es überwiegend schläft, wenn unsereins wach ist, galt es als Langschläfer. Der Eindruck von einem ständig schlafenden Tier wird dadurch bestärkt, dass es sieben Monate und damit mehr als die Hälfte des Jahres Winterschlaf hält. Die zweite Bedeutung des Begriffs Siebenschläfer bezieht sich auf sieben Heilige, die sich bei einer Verfolgung durch den römischen Kaiser Decius im 3. Jahrhundert n. Chr. in eine Berghöhle flüchteten. Leider wurden sie dort entdeckt, und der Höhleneingang wurde zugemauert. Daraufhin schliefen sie der Sage zufolge 195 Jahre lang, bis sie am 27. Juni im Jahre 446 zufällig entdeckt wurden. Die Siebenschläfer wurden als Patrone gegen Schlaflosigkeit verehrt. In der Nähe von Passau gibt es eigens Wallfahrten zu einer nachgebauten Berghöhle. Der Verehrung der Siebenschläfer, die Eingang in verschiedene Religionen gefunden hat, ließ aber mit der Zeit nach und die katholische Kirche hat diese Heiligen aus ihrem Generalkalender gestrichen. So haben all jene mit Schlafstörungen heutzutage keinen Schutzpatron für Ihr Leiden mehr. Geblieben ist einzig eine Bauernregel, die an den kirchlichen Kalender anknüpft und sich im Lauf der Zeit zu dem entwickelte, was sie heute ist. Sie ist nichts anderes als ein >>Wetterlos<<, das darüber entscheidet, wie der Sommer wird: Jedes Kind weiß, dass >> wenn´s an Siebenschläfer gießt, sieben Wochen Regen fließt.
